Geschichte Familie Bauernhof Gemüsefeld

 

Geschichte

Ungefähr 10 km nördlich der Stadt Salzburg liegt Anthering. Hier bewirtschaften wir etwas außerhalb des Dorfes unseren kleinen Bauernhof. Wir, das sind Rosi und Martin Klinger mit den Kindern Julia und Martin jun. Die Hauptlast trägt Rosi, weil der Hof im Nebenerwerb betrieben wird und ich einer Vollbeschäftigung nachgehe.

Bei der Größe unseres Bauernhofes von knapp 5 ha war es schon immer notwendig, einen Zuerwerb zu haben. Bereits frühere Besitzer waren als Schneider oder Brunnenmacher tätig, und verdienten sich so etwas dazu. Noch heute findet man am Hof Werkzeug zum Bohren von Holzrohren, Wasserleitungen und Brunnen. Auch mein Vater hat nach der Übernahme des Hofes im Jahr 1951 diese Arbeiten ausgeführt. Da dieses Handwerk immer mehr durch Installateure abgelöst wurde, war er lange Zeit als Hochzeitlader und Totengräber in Anthering tätig.

Im Jahr 1989 übernahmen Rosi und ich den elterlichen Hof. Schon damals wurde unser Interesse für den biologischen Landbau durch einen Nachbarn geweckt und wir wagten die Umstellung auf biologische Wirtschaftsweise. Seit 1991 sind wir nun anerkannter Biobetrieb und Mitglied im Verband „Ernte für das Leben“ unter der Nummer AT-S01-BIO-00935L. Die SLK (Salzburger Landwirtschaftliche Kontrolle) kontrolliert seitdem jährlich unangemeldet unseren Betrieb.

Die Leidenschaft für den Gemüsebau entdeckte Rosi bei Ihrer Ausbildung als Gartengehilfin. Bereits in den ersten Jahren nach der Hofübernahme begann Sie Gemüse im Freiland anzubauen. Damals haben wir von der „EVI- Salzburg“ erfahren, und wir wurden ein Gemüsezulieferer zu den EVI-Märkten. Nachdem einer der Pioniere der EVI-Salzburg, Herr Stocker Helmut aus zeitlichen Gründen den Gemüsestand auf dem Papagenoplatz nicht mehr bewältigen konnte, übernahm Rosi den Gemüsebereich.

Die Nachfrage nach Biogemüse ist ständig gestiegen. Darum haben wir 1997 die Milchproduktion eingestellt und auf Mutterkuhhaltung umgestellt. Trotz enormer Arbeitserleichterung beschlossen wir im Jahr 2003, uns zur Gänze auf den Gemüsebau zu spezialisieren. In Zusammenarbeit mit einem Nachbarn, ebenfalls ein Ernte-Biobetrieb, kann auf diese Weise die sogenannte Kreislaufwirtschaft aufrechterhalten werden. Kreislaufwirtschaft heißt, dass wir unsere Felder ausschließlich mit Mist/Kompost düngen. Es wird ganz auf den Einsatz von chemisch/synthetischen Dünge- und Spritzmitteln verzichtet. Das heißt natürlich, viele Arbeiten können nur von Hand erledigt werden. Auch eine ausgewogene Fruchtfolge gehört zum erfolgreichen Anbau von Gemüse.
Die Jungpflanzen produziert Rosi selbst aus ungebeiztem biologischem Saatgut. Für diesen Zweck haben wir einen kleinen Folientunnel errichtet, wo die Jungpflanzen gezogen werden.

Da wir auch der einheimischen Bevölkerung die Möglichkeit unser Gemüse ab Hof zu kaufen geben wollten, haben wir 2001 in meiner Werkstatt einen kleinen Hofladen eingerichtet. Wir haben den Laden am 15. Dezember 2001 eröffnet. Die Verkaufszeit ist am Samstag von 8.00 bis 12.00 Uhr. Wir verkaufen hier unser eigenes Obst und Gemüse, aber auch Waren von anderen Biobetrieben. So zum Beispiel Nudeln von der Familie Bamberger, Tee´s von Ernst Kocher aus Radstadt, Biobrot von der Biobäckerei Itzlinger aus Faistenau, Eier vom Sperlgut in Anthering, Honig und Honigprodukte von der Fam. Hinterhauser aus Dorfbeuern, um nur einige zu nennen. Auch diverse Säfte und Wein aus biologischen Anbau ergänzen unser Angebot.

Anhand der Erfahrungen der letzen Jahre können wir sagen, dass die Biologische Landwirtschaft für uns nicht nur ein Zuerwerb, sondern vielmehr eine Lebensaufgabe geworden ist. Trotz der vielen Arbeit haben wir das Gefühl, etwas sehr sinnvolles zu tun, und sehen auf lange Sicht die Wirtschaftlichkeit unseres Betriebes gesichert.                                         zurück zu Anfang


     Von links 1. Reihe: Josef Klinger, Martin jun.,      Julia Klinger, Anna Klinger,
     Von links 2. Reihe: Rosi und Martin Klinger

     Rosi und Martin Klinger